
Prof. Ulrich Hütter
Deutschlands Wiege der Windenergieforschung stand in Stuttgart. Der 1910 geborene Ulrich Hütter entwarf schon in seiner Stuttgarter Studienzeit am Institut für Flugzeugbau mit seinem Bruder Segelflugzeuge und erprobte sie selbst.
Als frisch bestellter Dozent für Flugzeugbau an der Ingenieurschule in Weimar übernahm er parallel die Leitung eines Versuchsfelds für Windkraftanlagen. Hütter wurde dessen Leiter und erarbeitete eine heute noch angewandte Theorie zur Auslegung von Windkraftanlagen.
Der begeisterte Segelflieger und Entwickler des legendären Segelflugzeugs H17 wandte als erster die Grundsätze der Tragflügelaerodynamik auf Rotorblätter von Windkraftanlagen an. Danach ließ die Begeisterung für Windenergie den umtriebigen Forscher Prof. Hütter – mittlerweile Leiter des Stuttgarter Instituts für Flugzeugbau – nicht mehr los.
Schon seine erste Entwicklung, eine kleine 10 kW Allgaier-Anlage mit 11 m Rotordurchmesser, gelangte 1951 zur Serienreife. An die 200 Stück wurden vor allem in die Länder Südafrika, Argentinien und Indien exportiert. Eine Anlage ziert noch heute das Stammhaus der Firma Klöckner in Bonn und ist voll einsatzfähig.
Die nächste Pioniertat war die Entwicklung der Windkraftanlage StGW 34. Er stattete diese 100 kW-Anlage bereits 1969 mit Rotorblättern aus Faserverbundstoffen aus. Sie besaß einen für die damalige Zeit gewaltigen Rotordurchmesser von 34 m. Den neuen Werkstoff an einem 17 Meter langen Bauteil, selbsttragend einzusetzen, war ein echtes Wagnis. Heute gilt die STGW 34 als Urmodell der modernen Windenergieanlage.
»Prof. Dr. Ulrich Hütter – 3 Welten, ein Leben«
Biographie, ISBN: 3-00-000067-4